Fließgewässerentwicklung der Wümme, Maßnahmen zur Strukturverbesserung und Minimierung der Sandfrachten in der Wümme bei Lauenbrück

Auftraggeber

UHV Obere Wümme

Kenndaten

Zeitraum: 2011 – 2013 und 2017
Standort: Gemeinde Lauenbrück

Projektbeschreibung

Für einen 3 km langen Wümmeabschnitt westlich von Lauenbrück wurden Planungen zur Fließgewässerentwicklung im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) unter Einbeziehung der Zielvorgaben des dort befindlichen FFH-Gebietes Nr. 38 “Wümmeniederung” erbracht. Als Ziele der Planung waren die Verbesserung der Gewässerstrukturgüte durch Sicherung und Wiederherstellung stabiler Sohl- und Uferstrukturen, eine Verhinderung weiterer Eintiefungen, die Minimierung von Sandeinträgen, eine Verbesserung der Habitatbedingungen für die aquatische Fauna sowie die Förderung gewässertypischer Erlensäume als geschützter FFH-Lebensraumtyp definiert.

Genehmigungsreif geplant wurden Kiesbetten aus gewässertypischen Kiesen und Steinen, die Sicherung erosionsgefährdeter Prallufer, u. a. durch Entwicklung beidseitiger Gewässerrandstreifen (Erlensäume) und die Anlage von Flutmulden zur Reaktivierung der Aue.

Die Entwicklung der Maßnahmen erfolgte in Anlehnung an den Leitfaden Maßnahmenplanung Oberflächengewässer, Teil A Fließgewässer-Hydromorphologie (NLWKN 2008). Wasserwirtschaftliche und naturschutzfachliche Belange wurden interdisziplinär abgearbeitet und als Entwurfs-/Genehmigungsplanung zusammengestellt.

Für die Auenbereiche erfolgte eine naturschutzfachliche Bilanzierung nach dem BREUER-Modell. Im Rahmen der Bilanzierung wurden naturschutzfachliche Aufwertungen der bestehenden Biotope sowie FFH-Lebensraumtypen aufgezeigt und ein Kompensationsflächenpool erstellt.

Mittels durchgeführter “Abbuchungen” aus dem Kompensationsflächenpool, konnte u. a. in einigen Bereichen ein 10 m breiter Gewässerrandstreifen aus der bestehenden Nutzung genommen werden (Nutzungsverzicht durch den Eigentümer), um eine Entwicklung von Erlensäumen und Uferhochstaudenfluren (beides FFH-Lebensraumtypen) zu ermöglichen und diese langfristig zu sichern.

Die Umsetzung der Baumaßnahmen erfolgte 2017 mit Unterstützung durch unsere zertifizierte Fachkraft für Umweltbaubegleitung.

In Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover (Institut für Umweltplanung, Lehr- und Forschungsbereich Ingenieurbiologie) wurden geeignete Maßnahmen, die zur Entwicklung und Wiederansiedlung der durch die Wurzelhalsfäule betroffenen Erlenbestände führen, geplant und 2017/18 umgesetzt. Weiterhin musste bei der Planung die insbesondere in einem Gewässerabschnitt bestehende Neopyhten-Problematik (Indisches Springkraut) berücksichtigt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Ingenieurleistungen

  • Wasserwirtschaftliche Planungen HOAI LP 1 – 8
  • Hydraulische Berechnungen (1D)
  • Landschaftspflegerischer Fachbeitrag
  • Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag
  • FFH-Vorprüfung
  • Umweltbaubegleitung
  • Kompensationsflächenpool

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